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Do. 15. 12.// DLL: Sitzen im Schweben – Eine Lese-Bewegungsperformance

Eine Lese-Bewegungsperformance über das Sitzen und andere Bewegungen. 
Deutsches Literaturinstitut Leipzig, am 15.12. 2011 um 20.00 Uhr 
Konzept, Texte, Bewegung: Ulrike Feibig, Sofia Flesch Baldin, Martina Hefter, Juliane Zöllner

„Wenn es einen günstigen Zeitpunkt gibt, an dem die reine Bewegung, die Tätigkeit, zu einer Haltung wird, die Gefühle transportiert, der Tätigkeit sowohl der Umgebung gegenüber – so dass am Ende eine Haltung zur Welt insgesamt entsteht – dann doch wohl jetzt. Guten Abend.

Deswegen müssen wir jetzt eine Bewegung hinbekommen, die das Verhältnis zwischen Hingabe und Haltung nicht abbildet, sondern die dieses Verhältnis ist.“ Am Anfang stand die Überlegung, was „Sitzen“ für uns bedeutet, wie wir uns im Sitzen fühlen: beobachtet, unbequem, eingezwängt, versunken. Sitzen als Abdruck geistiger Tätigkeit. Stundenlang in der Schule sitzen. Stundenlang im Hörsaal sitzen. Sitzen im Büro. Stillsitzen müssen. Still sitzen dürfen. Kommt man aus dem Sitzen heraus, ohne aufzustehen? Oder soll man im Gegenteil aufstehen? Von da ausgehend haben wir uns Gedanken gemacht über weitere Bewegungen – sich begrüssen, neben jemandem her gehen, in den man heimlich verliebt ist – und wie man sie in Sprache fassen kann, ohne die Bewegung einfach nur abzubilden, und wie man die sprachliche Fassung wieder in Bewegung setzen kann, ohne pantomimisch zu werden. Dabei galt es, jeweils neue Entscheidungen zu treffen, um erstens überhaupt anzufangen und zweitens den nächsten Schritt zu tun. So schimmert am Grund eines Pools aus Fragen und den (begründeten) Antworten darauf (z.B. wollen wir auch Musik verwenden und wenn nein, warum nicht) allmählich die Performance.

Wir haben ausschließlich eigene Texte verwendet, welche, die schon vorher bestanden, und welche, die erst durch den Arbeitsprozess entstanden.

[sitzen, am Schreibtisch]
 
Teilchen, Welle,
mich durchgehend,
 
find ich mich sitzend
im Schweben.
 
Jage ich mir nach, minimal?
Membran sein oder brav
 
standhalten der Anflut
Ausmaße? In dieser Haltung sieht man
 
alles zuviel: Ich, um die Ecke
segelnd, bewölke die Hüpfburg,
 
Kinder stieben davon,
weil ich, Riese, reise, im Schneidersitz.
 
Bugsiere diesen Gedanken
die Straße hinunter, zum Workshop
 
Innehalten heute.
 
 

Sofia Flesch Baldin, Tochter brasilianischer klassischer Musiker, studierte Sprechkunst und Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, sowie ein Jahr an der Staatlichen Theaterakademie in St. Petersburg. Ihre künstlerische Hauptaufmerksamkeit liegt bei der menschlichen Stimme. Herausforderungen sucht sie auf der Bühne, bei Audioproduktionen, sowie im sozialen Rahmen.

Ulrike Feibig, geboren 1984 in Magdeburg. Arbeit in einem Kulturzentrum in Quedlinburg. War ein Jahr lang Assistentin für Bühnen- und Kostümbild in Dresden. Kurzes Studium der Germanistik und Slavistik ebenfalls in Dresden. 2006 bis 2009 Studium der Kunstpädagogik an der Universität Leipzig. Seit 2009 Studentin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Veröffentlichungen auf der Internetseite der Zeitung der Freitag, in der Tippgemeinschaft 2011 und im poet 12.

Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu. Lebt als Autorin und Performerin in Leipzig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Mehrmals dort Gastdozentin. Neben ihrer literarischen Arbeit beschäftigt sie sich mit performativen Projekten an der Schnittstelle von Text und Bewegung. Arbeitet derzeit an einem Katalog von Alltagsbewegungen.

Juliane Zöllner wurde 1981 in Dresden geboren und hat während ihres Studiums der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Heidelberg verschiedene Theater- und Performance-Projekte initiiert und geleitet. Veröffentlichung von Texten auf der Schwelle von Lyrik, Prosa und Drama in diversen Literatur-Zeitschriften, Mitarbeit beim yisenh- Musikverlag als Autorin. Im Jahr 2010 hat sie bei „First Person Plural“, einem Projekt von Nicola Unger, produziert von zeitraumexit e.V. Mannheim als Performerin mitgewirkt. Seit Oktober 2011 studiert sie im Master-Studiengang am Literaturinstitut Leipzig.

(Beitrag von © Martina Hefter)

Hier geht es zum  DLL, Deutsches Literatur Institut Leipzig

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Über LOST in POSTpOETRY

www.lostinpostpoetry.wordpress.com

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